Wenn Bücher in städtischen Bibliotheken den Zustand „unzumutbar“ erreicht haben, dürfen sie natürlich ausgemustert werden. Heute bekam ich allerdings sehr beispielhaft gezeigt, dass Mitdenken dabei nicht unbedingt eine Stärke des dortigen Personals ist. Ich hatte in der Mittagspause den 3. Wälzer von Tad Williams „Otherland“ beendet und wollte mir nach Feierabend deshalb den letzten Teil holen. Gestern abend hatte ich mich zwar schon gewundert, weil nur noch Teil 3 im Onlineverzeichnis geführt wird, dachte mir aber nichts weiter dabei und wollte einfach mal nach dem 4. schauen bzw. fragen. Und nun stellte sich heraus, dass alle Bände „ausgeschieden“ sind, außer der, den ich gerade zurückgebracht hatte. Meine Frage, warum man den 4. entsorgt, wenn der 3. ausgeliehen und der Leser doch mit Sicherheit am Ende der Geschichte interessiert ist, wurde mit verwunderten Blicken, einem Schulterzucken und „Naja, das lässt sich jetzt halt nicht mehr ändern.“ beantwortet.
Bleibt zu hoffen, dass meine Anmerkung, diese Vorgehensweise sei aus Kundensicht denkbar ungünstig, irgendwo zwischen den Ohren hängen bleibt und man sich beim nächsten Ausmisten der Bücher nicht nur daran erinnert, sondern auch wirklich umsichtiger handelt.

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