Wenn man sich in eine Stadt verlieben kann, ist es bei mir München. Ich mag die Atmosphäre, die die Mischung aus Metropole und Ursprünglichkeit, hektischem Treiben und Biergartengelassenheit ausstrahlt. Meinen Kids geht es genauso, und deshalb waren wir letzten Mittwoch wieder mal dort, um die Stadt ein paar Stunden lang zu genießen. Nachdem sich die Teenager mit einem Vorrat an Mangas eingedeckt hatten, suchten wir zunächst das Kitcho auf. Das ist ein sehr kleines japanisches Restaurant, einfach eingerichtet und mit günstigen Mittagsmenüs. Der Verdauungspaziergang führte uns in den nahe gelegenen Englischen Garten, und anschließend ging es Richtung Sendlinger Tor zum Alten Südfriedhof, der dieses Jahr seinen 450. Geburtstag feierte. Ursprünglich als Pestfriedhof angelegt, wurde später aus ihm ein Zentralfriedhof, auf dessen Grabsteinen teilweise wunderschöne Figuren thronen.

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Bei Rittern können es auch mal Helme sein, was ich bisher noch nie auf einem Friedhof gesehen hatte.

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Auch viele Prominente fanden bis zu seiner Schließung im Jahr 1944 auf dem Alten Südfriedhof ihre letzte Ruhestätte, beispielsweise von Fraunhofer, Develey, Ohm, Spitzweg, von Liebig …

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… und die Familie des Brauereibesitzers Pschorr.

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Damit bietet der Alte Südfriedhof in München nicht nur Gelegenheit für einen Spaziergang unter Schatten spendenden Baumriesen, sondern die Möglichkeit zu einer kleinen Reise durch die Geschichte, bei der mitunter auch die Frage aufkommt: „Wer war das noch mal?“

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